ABC Top-Thema: Hilfe, wir haben ein eigenes Boot

BootsführerscheineEndlich ist der Wunsch in Erfüllung gegangen, das eigene Boot steht vor der Haustür oder hat seinen Liegeplatz erreicht und. Was nun? Welche Bootsführerscheine brauche ich, was brauche ich für Zulassungen, für Versicherungen?

Eigentlich sollte man ja schon vor dem Bootskauf den nötigen Sportbootführerschein haben, aber manchmal kommt einfach eine Gelegenheit, die man nicht auslassen kann und schon ist man stolzer Bootsbesitzer.
Sportbootführerschein See und oder Binnen, Funkzeugnis – aber welches? – wo kann ich das Boot registrieren lassen und brauche ich auch eine Versicherung?

Zunächst einmal ist es wichtig, die nötigen Bootsführerscheine zum Führen des Bootes zu haben. In Küstengewässern ist ab 15 PS der Sportbootführerschein See Pflicht. Dies ist ein Motorbootführerschein, der aber auch für Segelboote mit Motorisierung ab 15 PS vorgeschrieben ist.

Aber das ist natürlich noch nicht alles….

Je nach Fahrtgebiet und Reisedauer muss die Yacht entsprechend ausgerüstet sein, die Mindestausrüstung an Navigationslichter und Schallsignalen ist im Faltblatt des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) beschrieben, weiterhin braucht man natürlich noch die nautische Ausrüstung wie Kompass, Echolot, Seekarten etc. sowie die Sicherheitsausrüstung für den Seenotfall, wo Rettungsweste und Seenotsignalmittel dazugehören.

IBSUnd dann muss das Sportboot natürlich auch registriert und gekennzeichnet sein:
Bewährt hat sich bei Sportbooten der Internationale Bootsschein (IBS), der vom Deutschen Segler-Verband (DSV), Deutschen Motoryachtverband (DMYV) oder ADAC ausgestellt wird. Der IBS wird in vielen Ländern auch als Eigentumsnachweis anerkannt. In dem IBS ist eine Kennzeichnungsnummer enthalten, die dann neben dem Bootsnamen ebenso sichtbar am Sportboot angebracht wird.

Für größere Yachten über 15 m Länge greifen andere Registrierungsvorschriften, hierzu sollte man sich gesondert beim BSH und BMVI erkundigen.

Eine weiteres wichtiges Dokument ist die EU Konformitätserklärung, die die CE-Kennzeichnung enthält. Die CE-Konformitätserklärung wird vom Hersteller ausgestellt, die CE-Kennzeichnung ist (ebenso wie die Baunummer) am Sportboot angebracht.

Auch ein Mehrwertsteuer-Nachweis für Boote innerhalb der EU, die nach dem 1.1.1985 in Betrieb genommen wurden, ist erforderlich. Ideal ist hier die Erstkaufrechnung.
An eine Haftpflichtversicherung für Sportboote sollte man auf alle Fälle denken, da die gängige Privathaftpflicht das Führen von Motor- und Segelbooten nicht in ihrem Leistungsumfang enthält. In vielen europäischen Ländern ist die Bootshaftpflichtversicherung sowieso Pflicht.

Neben der Haftpflichtversicherung für Personen- und Sachschäden ist auch eine Yacht-Kaskoversicherung ratsam. Die Versicherung stellt bei ausländischen Reisen entsprechend die notwendige „Confirmation of Cover“ – oft auch als „blaue Karte“ bezeichnet – aus. Pantaenius ist rund um den Versicherungsschutz im Wassersport eine gute Adresse: Pantaeniuswww.pantaenius.de

Vor Befahren eines Reviers sollte man sich natürlich mit den dortigen Gegebenheiten und zusätzlichen Vorschriften und Besonderheiten vertraut machen, das ist selbstverständlich und gilt nicht nur für Eigner sondern auch für Charterer.
Kontrollieren und ergänzen Sie Seekarten, Hafenhandbücher und nautische Unterlagen. Beschäftigen Sie sich schon vor Törnbeginn mit den Gegebenheiten des Reviers: Gezeiten, Naturschutzgebiete, Sperrgebiete… und informieren Sie sich über Quellen für aktuelle Wetterberichte (UKW-Funk, Navtex, Internet…)

Dieser Beitrag soll Ihnen als kurzer Leitfaden dienen, er ist bei weitem nicht für jedes Revier und jede Yacht umfassend oder ausreichend. Eine detaillierte Recherche eines jeden Bootseigners für seine individuellen Bedürfnisse ist auf jeden Fall erforderlich.